2016 - Jubiläum - 175 Jahre - Geschichte des Gesangvereins

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1841

In Steinbach begann das gemeinsame Singen mit einer Sonntagsschule, die sich mit einer Selbsthilfeeinrichtung zusammentat.

Schulleiter Johann Kromm probte gemeinsam mit Schülern und dem Arbeiter-Kranken-Unterstützungsverein, und so entstand der

 „Steinbacher Sängerbund“

Im Vordergrund sitzend Schulmeister, Vorsitzender und Dirigent Johann Kromm

Die Entstehung der Gesangvereine im Allgemeinen

Es waren also die Männer, die es vormachten. Man könnte auch sagen, die Männer, die im 19. Jahrhundert nach Formen der Geselligkeit suchten und daher Vereine gründeten. Zwar gab es zu dieser Zeit schon Frauenrechtlerinnen – doch nicht singen zu dürfen war nicht ihr größtes Problem um die Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert.

Die meist politisch motivierten Männer organisierten sich in Gesangvereinen, suchten alte Lieder und zeichneten sie auf, veranstalteten regionale und überregionale Sängerfeste, zu denen Tausende von Sängern zusammenkamen. Irgendwann organisierten sich die Gesangvereine in „Gauen“ – den heutigen Sängerkreisen.

Ende des 19. Jahrhunderts sammelten sich die Anhänger in Arbeitergesangvereinen, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erzielten. Der Nationalsozialismus machte sich dies zu Nutze. Er instrumentalisierte die Sänger für patriotische Zwecke, und diese ordneten sich meist ohne großen Widerstand den politischen Zielen der NSDAP unter.

Zunächst war der 2. Weltkrieg aber auch gleichzeitig das Ende der Männerchöre. Erst nach dem Krieg, zwischen 1950 und 1970, erlebte die Sängerbewegung eine Renaissance. Werte wie Heimat und Familie standen hoch im Kurs. Dazu kam, dass die heimgekehrten Männer Volkslieder aus anderen Ländern mitbrachten. So entstanden neue Liederbücher.

Die Entstehung des Gesangvereins Frohsinn

Bis es im Jahr 1946 zu dem Namen „Gesangverein Frohsinn“ kam, gab es viele Neugründungen, Aufhebungen und Namensänderungen.

Der von Johann Kromm im Jahr 1841 gegründete „Steinbacher Sängerbund“ stellte bereits um 1870 seine Tätigkeit wieder ein. Erst als man 1877 das Fahnentuch wieder fand, war dies Anlass für junge Steinbacher, sich zum „Sängerbund Teutonia“ neu zu formieren.

Die weitere Entwicklung des Chorgesanges in Steinbach ist mehr als verwirrend. Man trennte sich, löste sich auf, stritt und fand wieder zusammen und gründete neue Gruppierungen mit neuen Namen.

Im Jahr 1933 wurde der Verein verboten. Viele Sänger stießen während der folgenden Jahre zum "Männerquartett", das auch während der NS-Zeit fortbestand.

Der Gesangverein Frohsinn entwickelte sich letztendlich auch durch einen Zusammenschluss. Die Sänger des „Steinbacher Männerquartetts“ taten sich mit anderen Sängern zusammen und nannten sich ab 1946 „Gesangverein Frohsinn“.

In den 70er Jahren wurde der allgemeine Schwund an Sängern wegen Überalterung in den Vereinen dramatisch. Die Gesangvereine begannen, auch Frauen aufzunehmen. So  entstand dann schließlich der Gesangverein Frohsinn als

 „Gemischter Chor“.

Wenn Sie etwas mehr über die bewegten 175 Jahre des Vereins wissen möchten, schauen Sie in das Kapitel "Chronik" auf der linken Navigationsseite.

(Gudrun Wagner)     Quelle: "Die ehemaligen Steinbacher Gesangvereine" von Manfred Hundt



Anschaffung  eines  Flügels

Auf der Bühne im Bürgerhaus, dem Probenraum des Vereins seit 1977, stand ursprünglich ein Flügel, welcher der Stadt Steinbach gehörte, der aber eigentlich besser in ein bürgerliches Wohnzimmer gepasst hätte. Tatsächlich handelte es sich um ein Geschenk, und Stadt und Chor waren dafür sehr dankbar, löste dieser Flügel doch ein ewig verstimmtes Klavier ab.

2002 gab es einen Vorstandswechsel im Verein, und als Einstieg nahm sich der motivierte Vorstand vor, einen nagelneuen Flügel anzuschaffen. Eine große Aufgabe – wenn man bedenkt, dass der Chor gerade mal so von der Hand in den Mund lebte. Der Vorstand startete also eine Kampagne und forderte Sponsoren von Stadt und Land auf, sich zu beteiligen, bewarb das Thema aktiv in allen zur Verfügung stehenden Medien, plante Konzerte und drehte jeden Cent um, bevor er ausgegeben wurde. Auch der Chorleiter verzichtete in dieser Zeit auf einen Teil seines Honorars. Nach eineinhalb Jahren war das Geld für den Flügel erspart, und er wurde im Jahr 2003 auf der Bühne im Bürgerhaus aufgestellt.

(Sonja Marusczyk)

 

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